Biowaren sind sehr gefragt. Ihr höherer Preis wird akzeptiert, denn wer Biowaren nachfragt, weiß, dass diese einen aufwendigeren Anbau- und Produktionsprozess erfordern und auf faire Arbeitsbedingungen und Entlohnung der Bauern und Arbeiter geachtet wird. Als Gegenwert erhält ein Kunde ein qualitativ hochwertiges Erzeugnis, bei dem er sicher ist, dass es möglichst frei von Schadstoffen ist und moralisch in Ordnung.
Inzwischen haben auch konventionelle Handelsunternehmen die Biowaren für ihr Sortiment entdeckt. Sie bieten eine breit gefächerte Warenpalette an, haben teilweise eigene Biomarken entwickelt. Preislich liegen die Waren meistens niedriger als in Bioläden, auf Biomärkten oder in Reformhäusern. Viele Verbraucher fragen sich daher, wie vertrauenswürdig Biowaren im Supermarkt sind. Sie befürchten schlechtere Qualität oder plumpen Etikettenschwindel. Dann wäre auch preiswert zu teuer.
Wichtig zu wissen ist, dass der Begriff “Bio” nicht geschützt ist und praktisch für alles verwendbar ist. Denn was genau “bio” ist und was nicht, ist nirgends eindeutig definiert. Allgemein bestehen zwar bestimmte Vorstellungen über Bio-Kriterien, doch juristisch bleibt viel Spielraum. Die Europäische Gemeinschaft hat zwar ein EG Bio-Siegel, welches allerdings nur geringe Rückschlüsse auf die Qualität zulässt. Auf der sicheren Seite ist, wer nach anerkannten Bioverbänden sucht. Diese haben jeder ihr persönliches Siegel, auf das Verbraucher vertrauen können. Jeder Bioverband hat klare Richtlinien verfasst, nach welchen Bio-Kriterien er handelt. Es handelt sich um folgende Bioverbände:
Demeter
Hier sind die Anforderungen am strengsten: Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel und synthetischen Dünger, keine künstlichen Zusatzstoffe, Förderung von Lebensprozessen in Boden und Nahrung. Der arttypische Geschmack der Lebensmittel soll erhalten bleiben. Demeter ist der einzige Anbauverband biologisch-dynamischer Landwirtschaft.
Bioland
Bioland wurde 1971 gegründet als “Fördergemeinschaft organisch-biologischer Land- und Gartenbau” und ist seiner Mitgliederzahl und Fläche nach größter ökologischer Anbauverband Deutschlands. Unter Verzicht auf leicht löslichen Stickstoffdünger sowie synthetische Pestizide wirtschaften Bioland-Betriebe auf Basis einer Kreislaufwirtschaft. Artgerechte Tierhaltung und schonende Lebensmittelverarbeitung führen zu gesunden und umweltverträglichen Lebensmitteln. In Bioland sind Molkereien, Metzgereien, Bäckereien, Mühlen, Brauereien, Safterzeuger und Restaurants organisiert. Verkauft werden die Erzeugnisse in Hofläden, Bioläden, auf Märkten, in Supermärkten und per Hauslieferung.
Naturland
Gegründet 1982 beachtet Naturland Schutz und Erhaltung von Umwelt und natürlichen Lebensgrundlagen und zeichnet sich im landwirtschaftlichen Anbau durch eine an der Natur orientierte Wirtschaftsweise aus.
Gäa
Landwirte, weiterverarbeitende Betriebe und Händler mit Schwerpunkt in Ostdeutschland widmen sich einer nach strengen ökologischen Richtlinien ausgerichteten Landwirtschaft.
Biopark
Dieses Bio-Gütesiegel betrifft ausschließlich die Fleischerzeugung.
Biokreis
Biokreis möchte eine bäuerlich geprägte Landwirtschaft erhalten, die einen ökologischen Anbau zum Grundsatz hat.
Ecovin
Tätig im Weinbau, wird hier viel manuell gemacht zur Schonung von Trauben, Rebstock und Boden.